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Fahrberichte - Nibelungen Gravelride Edition 2023

Mit einer Auswahl an Routen, einer fantastischen Landschaft und der Möglichkeit, die berüchtigte „Super Planche des Zellertals“ mit einer unglaublichen Steigung von 28 % in Angriff zu nehmen, ganz zu schweigen von einer Spezialität mit gegrilltem Lachs als Nachschmaus nach der Fahrt klingt der Nibelungen Gravelride nach einem fantastischen Erlebnis Veranstaltung. Timo Rokitta berichtet von der sechsten Ausgabe, die kürzlich in Worms, Deutschland, stattfand.

Wir schreiben das sechste Jahr nach der Premiere des ersten Nibelungengravelrides in Worms. Die Teilnehmerzahlen haben sich im Laufe der Jahre von 34 Startern im Jahr 2018 auf weit über 300 im Jahr 2023 gesteigert. Das ist ein eindeutiger Beweis für die Beliebtheit und Organisation der Veranstaltung. Beim Nibelungengravelride gibt es jedes Jahr andere Strecken für die Teilnehmer und auch die Streckenlängen und die damit verbundenen Anforderungen variieren von Jahr zu Jahr. Dieses Jahr ging es in den Pfälzerwald zum mystischen „Ungeheuersee“. Lediglich die kurze Strecke mit 70 Kilometern zweigte vorher ab in Richtung Rheinebene. 

Wie üblich gab es am Vorabend den beliebten WelcomeRide über 40 Kilometer Länge. Auch hier wurde schon mächtig Tempo gemacht als die Fahrer regelrecht über die Schotterpisten flogen. Am Samstag standen exakt um 8 Uhr die gut 100 Fahrer der 160 Kilometer langen Strecke standen am Start. Auch mit am Start die MTB-Legende Karl Platt, der fast nebenan wohnt. Seine größten Erfolge erzielte Karl Platt beim Cape Epic. Er gewann das südafrikanische Mountainbike-Etappenrennen seit 2004 insgesamt fünfmal. Dies gelang außer ihm bisher nur dem Schweizer Christoph Sauser, der das Cape Epic ebenfalls fünf Mal gewann. 2008 und 2015 wurde „King Karl“ Deutscher Meister im MTB-Marathon. Bevor es los ging, meinte Karl lapidar, „die Jungs sind heißer als Frittenfett“!

Eine Stunde später erfolgte der Start der 120 Kilometer Fahrer, die wesentlich weniger Höhenmeter zu bewältigen hatten. Die Strecke führte von Worms aus zunächst ein Stück am Rhein entlang. Auf einem alten geschotterten Bahnradweg ging es danach in Richtung der ersten Hügel in die Weinberge. Nach ca. 50 Kilometern gab es eine reichhaltige Verpflegungsstelle. Dort wurden allerlei Leckerei angeboten. Neben Kuchen gab es Chips, Milchbrötchen und Kekse. Dazu wie üblich gesunde Bananen und Äpfel. 

Der Organisator stellte die Strecke so zusammen, dass die schwersten Anstiege erst im letzten Drittel der Strecke zu bewältigen waren, was die Sache nicht einfacher machte. Neben der „Wand“ von Asselheim mit 24 % gab es als Abschluss ein besonderes Highlight, die „Super Planche des Zellertal“ mit unglaublichen 28 % Steigung. Die Strecke hatte insgesamt wieder alles zu bieten, was Gravelbiker mögen: Schnelle Schotterpisten, steile Anstiege, technische Singletrails und oftmals berauschende Aussichten in die malerische Landschaft. 

Die schnellsten Fahrer brauchten nur etwas über 6 Stunden und schafften damit eine Durchschnittsgeschwindigkeit von weit über 26 km/h auf dieser anspruchsvollen Strecke. 

Das legendäre Flammlachessen und eine Massage rundeten den gelungenen Gravel-Tag dann ab. Die beste Nachricht jedoch war, dass eine Spendensumme von fast 5.000 EUR zusammenkam, die an die Kinderklinik Worms gespendet wird. 

Auch richtig international ging es zu: Aus ganz Deutschland wie etwa aus Hamburg, Berlin oder Bayern, dazu aus Mexiko, aus Polen, aus Spanien kamen die Teilnehmer. Ein Markenzeichen des Events, dass sich eher an die Breitensportler als die Spitzensportler der Sportart Gravelbike richtet, ist dabei sicher die rheinhessische Herzlichkeit. Als Beispiel hier die Truppe von vier Physiotherapeutinnen des Klinikum Worms, die sich intensiv bei einer entspannenden Massage um die Muskulatur der Gravelbiker nach der Tour kümmern. „Spaß und Genuss an der Tour durch die Natur“ ein Teilnehmer sagte treffend, dass er das Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht. „Dreieinhalb Stunden war ich unterwegs, dreieinhalb Stunden Spaß und Genuss an der Fahrt durch die Natur“, berichtet er.  Selbst, wenn zwischendurch einmal ein satter sommerlicher Regenschauer den ein oder anderen Gravelbiker bremste, so sah man schließlich doch ausnahmslos glückliche Radsportler am Bistro Pit Pat. 

 

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Andreas Rausch

Die Strecke der 160-km-Veranstaltung finden Sie hier:

Timo Rokitta

Timo is an über keen gravel rider based in Germany. He's ridden all over Europe and mixes competing in long distance gravel and bikepacking events, with social gravel rides. He's an event organiser and can be seen riding on either a Moots, an OPEN UP, an Allied Able or a 1970s folding bike converted for gravel use!

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